Trauma Symptome bei Kindern

Trauma-Symptome-bei-Kindern-Anja-Josten-Familienberatung

Woran Du erkennst, ob Dein Kind traumatisiert ist

Wenn Dein Kind plötzlich verschiedene auffällige Symptome oder Verhaltensweisen aufzeigt, kann es sich um Trauma Symptome bei Kindern handeln. Zuerst möchte ich Dir kurz erklären, was ein Trauma bei Kindern bewirkt und wie es entstehen kann. Wenn sich Dein Kind in seinem Leben bedroht fühlt, extreme Angst hat und total hilflos ist, dann ist etwas in diesem jungen Leben passiert, was ein Trauma auslösen kann.

Dein Kind kann den Vorfall oder das Ereignis nicht verarbeiten, d.h. es ist innerlich so geschockt und ständig damit beschäftigt, das Erlebte zu verarbeiten. Somit kann das Gehirn das Ereignis nicht korrekt ablegen und es entstehen diverse Störungsbilder.

Was ist passiert mit Deinem Kind?

Wichtig ist auf jeden Fall, die Ursache herauszufinden, falls Dir diese vielleicht nicht bekannt ist. Eine Traumatisierung kann auch still erfolgen, vor allem in Form von emotionalem oder sexuellem Missbrauch. Die Kinder schämen sich dafür und können nicht über die Situationen reden.

Die Ursachen für solche Trauma Symptome bei Kindern oder eine posttraumatische Störung im Kindes- oder Jugendalter sind vielseitig. Dazu gehören Unfälle jeglicher Art, Vernachlässigung zuhause, lebensbedrohliche Krankheiten (eigene oder die von Eltern oder Geschwistern) und natürlich auch körperliche und seelische Gewalt oder Missbrauch.

Auf jeden Fall solltest Du zuerst abklären, ob es sich bei dem auffälligen Verhalten um eine „posttraumatische Belastungsstörung“ (PTBS) handelt. Hierbei hilft Dir Dein Kinderarzt / Deine Kinderärztin.

Trauma Symptome bei Kindern erkennen

Je nach Alter und Persönlichkeit Deines Kindes variieren die Trauma Symptome bei Kindern erheblich und können sich von den Symptomen bei Erwachsenen unterscheiden. Zuerst möchte ich Dir gerne einige der wichtigsten Trauma Symptome bei Kindern aufzeigen:

  • Eine dauerhafte autonome Übererregung
    Vielleicht ist Dein Kind auf einmal sehr schreckhaft, wirkt oftmals gereizt oder ist unkontrolliert aggressiv. Es kann auch sein, dass es überaus wachsam ist und dass die Lust auf Schule nachlässt. Oder es fällt ihm oder ihr schwer, sich länger zu konzentrieren, die Leistungen in der Schule lassen nach oder es geht gar nicht mehr in die Schule.
  • Emotionale Taubheit
    Dein Kind zeigt kaum oder gar keine Emotionen oder Gefühle mehr. Es wirkt wie unbeteiligt, uninteressiert und es interessiert sich nicht mehr für lieb gewordene Dinge oder Menschen.
  • Diffuse Ängste stellen sich ein, obwohl die aktuelle Situation dazu keinen Anlass gibt. Das Kind glaubt, es schafft vieles nicht mehr und glaubt nicht mehr an sich, das Selbstbewusstsein ist verloren gegangen.

Wiederkehrende Erinnerungen
Das Erlebte wird immer wieder neu erlebt und überfordert das Kind emotional und körperlich. Das Wiedererleben wird durch Dinge, Menschen, Gerüche oder Erinnerungen hervorgerufen und kann beim Schlafen oder im Wachen auftreten.

  • Körperliche Schmerzen, z.B. Kopf- und Bauchweh treten auf, verschiedene Ängste (Angst vor der Dunkelheit, vor Neuem, vor Fremden, etc.). Auch plötzliche aggressive Reaktionen sind häufig an der Tagesordnung.
  • Sich wiederholendes Verhalten
    Beim Spielen wird das Erlebte häufig nachgestellt und das Kind kann zwischen Spiel und Realität nicht unterscheiden. Kinder zeichnen auch gerne das Erlebte auf.
    Beim Spielen wird das Erlebte häufig nachgestellt und das Kind kann zwischen Spiel und Realität nicht unterscheiden. Kinder zeichnen auch gerne das Erlebte auf.

Welche Therapien helfen bei traumatisierten Kindern

Neue vielversprechende Therapien und Diagnoseverfahren helfen Kindern und Jugendlichen dabei, ihr Trauma zu verarbeiten. Scheue Dich nicht Dir dabei Hilfe zu holen. Gehe ruhig zuerst zu Deinem Kinderarzt oder dem Arzt Deines Vertrauens und rede mit ihm darüber.

Oder Du meldest Dich bei mir und wir klären vorab, ob es sich bei Deinem Kind um eine PTBS (Posttraumatische Belastungsstörung) handeln könnte oder nicht. In jedem Fall kann ich Dir einen Schritt weiterhelfen die Trauma Symptome bei Deinem Kind zu erkennen, da ich eine Menge Erfahrung in den Jahren gesammelt habe.

Hier einige der gängigen Therapieformen, die Deinem Kind helfen können:

  • Als erstes gibt es zahlreiche psychologische Testverfahren, die aber nur ein Kinderpsychiater durchführen kann (SPZ – Sozialpädiatrisches Zentrum, Kinderpsychiatrie). Dein Kinderarzt wird Dir dabei helfen, die richtige Einrichtung zu finden, die diese Tests durchführt.
  • Eine Traumatherapie für Kinder eignet sich erst ab einem gewissen Alter. Es gibt verschiedene Formen wie beispielsweise die „systemische Traumatherapie“. Bei kleinen Kindern wird häufig eine Art Spieltherapie durchgeführt, so dass das Erlebte im Spiel verarbeitet und integriert werden kann.
  • EMDR (Eye Movement Desensitization and Reprocessing), was auf Deutsch heißt: Desensibilisierung und Verarbeitung durch Augenbewegung.
  • Psychodynamisch Imaginative Traumatherapie für Kinder und Jugendliche
  • Traumapädagogik wird bei vielen Einrichtungen und teilweise auch in Schule angewendet.

Wie Du Deinem Kind helfen kannst

Ganz wichtig ist es, Deinem Kind viel Sicherheit und einen geregelten Alltag zu geben. Eine regelmäßige Struktur und routinierte Abläufe helfen Deiner Tochter oder Deinem Sohn, das Leben wieder besser zu kontrollieren.

Bitte informiere in jedem Fall auch die Schule oder Kita über die Trauma Symptome bei deinem Kind, damit die Erzieher und Lehrer mit dem Kind gut umgehen und Dich benachrichtigen, falls es notwendig ist. Allerdings ist eine Heilung ein längerer Weg und Du braucht viel Geduld und eine liebevolle Achtsamkeit.

Anmerkung von Anja Josten

In diesem Blogbeitrag findest Du nur die wichtigsten Informationen, worauf Du achten solltest. Ein Trauma ist ein komplexer Vorgang und es sehr wichtig, dass Du Dein Kind verstehen lernst. Auch wenn das zeitweise nicht so einfach ist.

Bleibe ruhig und klar und nimm Dir genügend Zeit um alles selbst auch zu verarbeiten. Nur so kann Dein Kind lernen sich Dir wieder anzuvertrauen und langsam kann eine Heilung geschehen.

Schaue Dir auch meinen Beitrag an Heimweh bei Kindern. Weitere Beiträge folgen in Kürze, der Blog befindet sich noch im Aufbau.

Fachverbände und Traumahilfezentren

Es gibt zahlreiche Verbände oder Traumahilfezentren in allen Bundesländern, bei denen Du Dich informieren kannst. Nachstehend liste ich Dir einige auf:

#ptbs #traumabeikindern #traumasymptome #ptbsbeikindern #posttraumatischebelastungsstörung